ÜBERSICHT: ELBE-FAHRRAD-TOUREN

TOUR 5:
Fahrradtour von Neu-Darchau nach Artlenburg und zurück

Die Tourdaten:
1. September 2021
Dauer von 9 - 23 Uhr; 90 km per Fahrrad.
Per Auto von Zeven nach Neu-Darchau; per Fahrrad über Alt-Garge, Bleckede, Hohnstorf nach Artlenburg,
dort Zwischenstopp, dann auf dem anderen Flussufer über Lauenburg und Boizenburg nach Darchau zur Fähre.
Zurück über Dahlenburg und Emmendorf; dort jeweils kurzer Halt bei meinen Schwestern.

 

Am 31. August war alles vorbereitet für den Ausflug. Ich fuhr gegen 9 Uhr los, die Autobahn war nicht ganz so voll wie sonst und die A-39 nach Lüneburg sowieso nicht. Das Wetter war den ganzen Tag sonnig angesagt, es gab aber Frühnebel. Der Himmel war den Tag über wechselnd bewölkt, meist Sonne, aber der Wind frischte auf. Ich hatte also bei der Hinfahrt Gegenwind, gefühlt Windstärke 4. Zwar ist das mit e-bike einfacher, aber ich versuchte, fast immer auf der niedrigsten Stufe zu bleiben. Am Parkplatz des Fähranlegers Neu-Darchau wurde ich gleich von diesem Schild (oben links) begrüßt. Ja, ich finde eine Fähre dort auch schöner, sie fährt bis 21 Uhr, das finde ich ok.


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Mein Ziel ist es, die Elbe beidseitig "abzufahren". Bisher bin ich von der Mündung schon bis Tangermünde gekommen, es fehlen aber noch zwei kleine Abschnitte im Norden. Wischhafen - Cuxhaven, das wird die 6. Tour sein. Und diese 5. Tour, die eigentlich nur von Alt-Garge bis Neu-Darchau geht. Das kommt deshalb zustande, weil wir auf der Tour 2, aus Richtung Bleckede kommend in Alt-Garge nach Dahlenburg abgeschwenkt sind, dem Wohnort meiner jüngeren Schwester.


Hier bin ich jetzt am Ende von Neu-Darchau, Gemeinde Katemin, und es zeigt sich ein Fahrradweg neben einer Straße, einer schönen Birkenallee.

Aber es gibt auch viel Wald und nach einer halben Stunde war ich schon in Alt-Garge,
habe eigentlich meine selbst auferlegte Verpflichtung erfüllt.

Aber ich will heute ja viel weiter.
Teilweise ging der Weg über eine gepflasterte Sraße, Straßen, die um 1920 üblich waren.
Zum Teil der Straßenbelag übergeteert.

... und dann ist da so ein komisches Tor ...

Der Blick auf die Elbe ist meist von Büschen versperrt, ab und zu gelingt ein Blick auf die schöne Elblandschaft.

Hier bin ich extra zurück gefahren, um diese wunderschöne Haustür zu fotografieren. Sieht man
nicht? Ich auch nicht. Auf dem Foto kann man sie nur ahnen.

Die Sonne schien doch! Ob die Pferde Schutz suchen oder es ihr Lieblingsplatz war,
konnte ich nicht ausmachen.

Ein P o n y - H o f !!! Kaum zu glauben, es gibt ihn wirklich!
Wenn man mal dahin möchte: http://www.islandpferdevomelbtal.de/

Nach etwa 35 km in Hohnstorf angekommen. Ich sah zwar erst die Brücke, aber dann die "Skyline" von Lauenburg auf der anderen Seite der Elbe. Ich wollte ja ursprünglich auf dieser Seite zurückfahren; vielleicht hat mich dieser Anblick auf die Idee gebracht, die Seite zu wechseln. Jetzt noch rund 8 km bis Artlenburg.

Das Bild ist nicht aufregend. Doch für mich etwas Besonderes. Es ist die Mündung des Elbeseitenkanals, der auch an meinem Geburtsort Bad Bevensen vorbeifließt.

Dafür wird man mit dem Anblick dieser schönen alten Windmühle in Artlenburg "entschädigt". Auf der Tour 2 habe ich sie von der anderen Seite fotografiert. Auch an dem Storchennest bin ich vorbei gekommen, aber es war leer bzw alles war ausgeflogen.

Ich befand mich also auf historischem Gebiet und meine Gastgeberin schenkte mir diese Broschüre und erklärte mir das Besondere an Artlenburg.

"Mit dem „Artlenburger Privileg“, das Heinrich der Löwe 1161 anlässlich eines Landtages auf der Ertheneburg in Artlenburg erlassen hat, wurde erstmalig in der Handelsgeschichte zwei Städten, nämlich Visby auf der Insel Gotland und Lübeck an der Ostseeküste, gegenseitig besondere Handelsrechte und –sicherheiten gegeben, die den ungehinderten Handel miteinander und mit anderen Städten ermöglichten. Dieser Vertrag gilt als Ursprung der Hanse, die später in viel größerem Rahmen den Handel zwischen Ländern und Städten geregelt hat. Er ist der erste bilaterale Vertrag zwischen Handelspartnern und wurde im vergangenen Jahr bei einem Vortrag des Auswärtigen Amtes als Beispiel für den „ersten Handelsvertrag der Geschichte“ angeführt." So steht es auf der Homepage von Artlenburg

Mein Besuch war schon ewig verabredet worden. Er galt also meiner ehem Schülerin, die bei unserer Aufführung des Theaterstücks Romulus der Große von Dürrenmatt dieses wundervolle Programmheft maßgeblich kreiert hatte; auf meiner Autobio-Seite gehe ich näher darauf ein. So bot es sich an, eben nicht nur nach Alt-Garge, sondern auch nach Artlenburg zu fahren.
Der Kaffee schmeckte mir ausgezeichnet, die Quarktorte, naja, ich aß aus Gefälligkeit ein kleines Stück und war doch überrascht, dass sie mir schmeckte. Wir unterhielten uns über alles mögliche, ein wenig auch über die Schulzeit und gegen halb vier kam noch ihr Mann, mit dem ich auch einen regen Gedankenaustausch hatte. Aber um zehn nach vier sagte ich, dass ich wieder los müsse, 45 km hätte ich noch vor mir.

 

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Acht Kilometer zurück bis zur Lauenburger Brücke, der Wind hatte sich etwas gelegt, die Sonne schien. Nach einigen Kilometern auf der anderen Seite erfuhr ich, dass es nur noch 30 3/4 Meilen bis Berlin seien. Und dann kam ich an die ehem Grenzkontrollstelle, die jetzt Checkpoint Harry heißt und ein gutes Speiselokal sein soll, wie mir meine jüngere Schwester berichtete.

Ein Blick zur Seite in das herrliche Elbtal:
Leider kann man den Höhenunterschied auf Fotos nicht sehen.

 

Dann geht es Richtung Boizenburg. Auf der Straße (der Blick zurück) haben wir bei unserer Tour 2 einige Plakate mit Kinder- bildern gesehen. Die habe ich fotografiert und eine Kollage daraus gemacht. Jetzt stehen die Stangen noch, die Plakate sind leider verschwunden.

(Drei Bilder auf der Kollage hatte ich aber in Lauenburg gemacht.)



Um den Boizenburger Hafen muss man lange herum fahren, aber dann wird es bald wieder grün.


Als ich an dieser Stelle war, da ging es schon auf 18 Uhr zu. Ich hatte zwar nicht mehr die 16 km nach Neuhaus zu fahren, weil das eine andere Richtung ist. Aber die 4,7 km nach Stiepelse musste ich noch bewältigen, danach noch ein kleines Stück. Überhaupt Stiepelse. Von Ferne hatte ich einen recht positiven Eindruck, der Ort hat einen sozialen Charakter. Woran ich das festmache? Ich weiß es nicht. Es wirkte irgendwie so bunt. Da muss ich mal hin und dem nachforschen.

Es folgt ein Stück deutscher Vergangenheit ...

... und zum Schluss nochmal ein typischer Bild des Elbufers:

 

Das war's heute. Auf der Fähre angekommen, heute kein Fahrradfahren mehr. 90 km. Ein Wahnsinn! Ich frage den Kassierer, ob es ihm etwas ausmachen würde, mich zu fotografieren. Eine meiner leichtesten Übungen, antwortete er.

Noch ein kleiner Blick zurück zum Fähranleger vom Parkplatz aus. Das Fahrrad ist
wieder befestigt und ich brauche nur noch ein bisschen autofahren.
Hin waren das 128 Autokilometer, zurück dann (12, 26 und 125) 163, zusammen 291 km.
Bei meiner jüngeren Schwester war der Abendbrottisch schon gedeckt, köstliches
selbstgebackenes Brot mit grober Leberwurst, extra für mich gekauft.
Dann fuhr ich noch kurz bei meiner älteren Schwester vorbei. Sie hatte tolles Eis,
Stracciatella.
Dann auf der B 4 bis Lüneburg, dann auf der A 39 und der A 1 bis Sittensen und noch die Strecke nach Zeven. Gegen 23 Uhr war mein Ausflug beendet; 14 Stunden hat er gedauert.